Archive

Category Archives for "Baby & Kinder"

Der aufrechte Gang 6v6 – Aufrecht fortbewegen – Über längere Dauer

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Hier findest du die Entwicklungsphasen, in denen dein Baby öfter und länger aufrecht geht und vorauf zu achten ist. Viele Fotos und Tipps zeigen dir, wo dein Baby gerade steht und was als nächstes kommt. Eine harmonische Abfolge der Phasen ist wichtig, nicht, ob ein Baby früher geht oder später. Wesentlich für die Entwicklung ist, dass das Kind alle Phasen so lange es möchte trainiert und Neues auf eigene Faust beginnen kann! Das macht, dass das Kind Sicherheit und Vertrauen in die Welt entwickelt! Für Entwicklungsverzögerungen gibt es verschiedene Anregungen. Fragen Sie uns.

Aufrecht Fortbewegen - über längere Dauer

Rennen lernen

Bis das Kleinkind den lieben langen Tag auf den Beinen ist, vergehen viele Wochen und Monate. Dies ist zu berücksichtigen, wenn Sie länger unterwegs sein wollen: Lieber etwas länger den Kinderwagen dabeihaben, damit der ermüdete kleine Forscher auch gefahren werden kann, wenn die Beine absolut noch nicht weiter können.

Rennen will gelernt sein: Wie viele Male sind wir aufgestanden und beim Laufen hingefallen. Abertausende Male. Wenn man rennen gelernt hat, hat man wohl oder übel das „Stehauf Männchen“ Prinzip intus. Daran kann man sich ein Leben lang erinnern und Sieger ist der, der ein einziges Mal mehr aufgestanden ist als hingefallen und die anderen danach dazu ermutigt auch wieder aufzustehen.

Auch hier gilt: Ein im Bewegungsspiel gut koordinierter und erfahrener Körper sorgt dabei für weitgehende Unfallfreiheit.

Auf Linie balancieren, in die Höhe (Turm) bauen und rückgängig machen, umwerfen

Jetzt ist die Zeit da, in der das Kind ausreichend Körperbeherrschung erlangt hat, um auf einer Linie gehen zu üben oder beim Balancieren einen Fuß vor den anderen zu setzen. Seine Kompetenzen erweitern sich nun beträchtlich.

Nun entwickeln sich auch andere Fähigkeiten wie das symbolische Spiel und komplexe Bauten werden unternommen. Das Kind wird jetzt auch von sich aus in die Höhe bauen und das Gebaute zerstören.

Aufbauen und Zerstören - ein Zyklus, der für jede kreative Arbeit beherrscht werden will, um nicht in einer Hälfte, dem Aufbau, in der Arbeit mit dem Körperlichen stecken zu bleiben. Meisterlich beherrscht die Materie, wer sie zusammenfügen und das Konstruierte wieder auflösen kann. Beides gehört dazu. Und natürlich auch das gemeinsame ebenfalls großzügig eingeplante Aufräumen mit den Eltern mit Zeit, Lust und Liebe - wie beim Spiel.

Verschiedenste Bewegungsabläufe erlernen, automatisieren, verfeinern

Laufen, hüpfen, springen sind nun eine Lust und als Übung großgeschrieben und an der Tagesordnung. 

Mit der Bewegungskompetenz kommt auch die soziale Kompetenz ins Spiel, denn nun spielen die Kinder auch vermehrt miteinander. Mit jedem Kontakt und jeder Berührung wird das eigene Bedürfnis mithilfe der Versprachlichung und nahen Begleitung durch die Erwachsenen formuliert und auf das Bedürfnis des anderen aufmerksam gemacht. Gemeinsam finden die Kinder zusammen und zu erlebter Selbstwirksamkeit, Vertrautheit und Kontaktfreudigkeit mit eigenaktiv herbeigeführter Lösung.

Werfen, auf den Stuhl setzen, freihändig Treppensteigen, auf Instrumenten Töne hervorbringen, blasen, pfeifen, malen, schneiden, falten, kleben, hämmern und und und.

Jetzt kommt Ihnen die bewusste, während der Babyzeit erlernte, gute Beobachtung Ihres Kindes voll zugute: Sie wissen, wo Sie fördern können, entdecken Stärken und können optimal auf den Charakter und die Lernweise ihres Kindes eingehen. Auch Grenzen setzen fällt Ihnen leicht, da Ihre Kinder mit Ihnen gemeinsam Frustrationstoleranz erworben haben und deren eigene Erfahrung und Mühe sie verständnisvoll gemacht haben.

Das Liebesband zwischen Ihnen wird durch die bindungsorientierte Vorgehensweise immer stärker. Ihr Kind ist sehr früh selbstständig und eigenaktiv.

Das Kind wird, auch durch die Erfahrungen, die es seit dem freien Gehen mehr und mehr in der Welt sammelt, immer verständiger und wissbegieriger. Es will wissen, wie es zu etwas kommt, dies beibehält, es wieder rückgängig machen kann. Dieser Zyklus schließt alle Phasen der Körperlichkeit ein: Aufbauen, Beibehalten, Abbauen.

Der eigene innere Bauplan kann verwirklicht werden. Das ganzheitliche Lernen, frühkindliche Bildung und individuelle Förderung geschieht mit Eigenmotivation. Kerative und rationale Elemente verbinden sich beim Denken und Handeln zu ganzheitlichem Lernen.

Wir lernen aus Begeisterung durch Nachahmung, wir synchronisieren Bewegungen mit unserem Gefährten, oft dem älteren Geschwisterkind, dem großen Vorbild, wir lernen durch Beobachten, selber Tun und Nachahmen. Die Erfahrung macht uns klüger und weise.

Dazu gehören auch Regeln: Spiele im Leben, nicht mit dem Leben. Um das sicherzustellen, haben die Älteren (Eltern) ihren dankenswerten und essentiellen Platz in der Schöpfung erhalten!

Jeder Mensch kennt durch die autonome Bewegungsentwicklung seinen inneren Lernzyklus. Jeder Mensch kann beizeiten durch die wärmende Aufmerksamkeit eines Betreuers in dieser Zeit einen natürlichen, bindungsorientierten Umgang erlernen. Jeder Mensch kann dadurch echte tiefe Beziehungen aufbauen und pflegen lernen. Jeder Mensch weiß dadurch um die Spielregeln, wenn es heißt, mit dem eigenen Körper, anderen Mitmenschen umzugehen oder mit verschiedenem Material zu arbeiten oder auch mit unseren Mitmenschen zu leben. Auch der Prozess der Auflösung ist hier auf natürliche Weise miteingeschlossen.

Den guten Ton aber, Taktgefühl und ach auch Tabus erlernt ein Kind nur durch die Erwachsenen, die ethischen, leider auch moralischen Grundsätzen gehorchen. An uns ist es, dem Kind eine neutrale, sachliche Kenntnis der Regeln zu vermitteln, die Erfolg und Verstehen im Konkreten nach sich ziehen und einen fairen, liebenswerten und intelligenten Umgang fördern. Aus den konkreten Verhalten und Erfahrungen entstehen in Folge die inneren Werte, die wir dem Kind vorleben.

Das Kind hat sich selbst mithilfe seiner eigenaktiven Bewegungsentwicklung bestens geschult: Mit in unzähligen Lernaufgaben erworbener Frustrationstoleranz und echtem Selbstvertrauen durch eigenen Erfolg, kann es die Welt da draußen nun voller Neugier und gut vorbereitet an unserer Seite entdecken.

Der aufrechte Gang 5v6 – Aufrecht fortbewegen – Die Anfänge

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Der aufrechte Gang 5/6
Aufrecht fortbewegen -
Die Anfänge

Hier findest du alle Entwicklungsphasen in denen dein Baby anfängt frei zu gehen und vorauf zu achten ist. Viele Fotos und Tipps zeigen dir, wo dein Baby gerade steht und was als nächstes kommt. EIne harmonische Abfolge der Phasen ist wichtig, nicht, ob ein Baby früher frei geht oder später. Wesentlich für die Entwicklung ist, dass das Kind alle Phasen so lange es möchte wechseln kann! Neues wird kurz und oft geübt, während bekannte Bewegungen ausdauernd trainiert und gefestigt werden.

Aufrecht fortbewegen - Die Anfänge

Das freie Gehen

Wenn alle vorausgehenden Bewegungen gut geübt und sicher sind, wird das Kleinkind, - nachdem es ja schon länger stehen und sich sicher niederlassen kann - oft plötzlich gleich mehrere Schritte frei gehen und das Gehen ab diesem Zeitpunkt anhaltend üben.  

Selbst wenn es noch die meiste Zeit des Tages und auch noch lange nicht für mehr als ein paar Minuten geht, wird es ständig für kurze Momente in der Senkrechten Schritte üben und eine unglaubliche Freude dabei empfinden! Denn alle "großen Leute" gehen ja frei! 

Es gilt: Nur kurze Zeit gehen, dann wieder niederlassen. Eile mit Weile und Freude. Die sandige Hose beweist es.

Wer von uns Eltern die Bewegungsentwicklung eines kleinen Kindes einmal erlebt hat, wird sich sein ganzes Leben daran erinnern und viele Dinge, die die Kleinen intuitiv richtig machen, nach und nach bewusst wieder in sein Leben einbauen: Den individuellen Rhythmus beim Lernen beachten, das regelmäßig Pause machen, den Vergleich vorher nachher bei der eigenen Lernaufgabe ziehen, nicht den Vergleich andere ich, mit Geduld und Umsichtigkeit vorgehen und die Lernaufgaben in geeignete Schritte einteilen, die immer mit Erfolg enden.

Ist der aufrechte Gang, das inhärente Erlernen des freien Gehens, nicht ein wahres Meisterwerk unserer Natur, das unsere Kinder vollbringen und für sich nützen können, - mit all den neurologischen Vorteilen, die sich daraus ergeben?

Hantieren im Gehen

Nun kann man nach Herzenslust transportieren: Opfern Sie die Kleinteile ihrer Wohnzimmereinrichtung für die täglichen Spielzeiten und machen Sie das Aufräumen zu einem vergnüglichen Akt, der früh genug begonnen wird, damit man die ganze Ruhe und Zeit dafür hat.

Es wird nämlich transportiert, in Reihe gelegt (In die Höhe bauen kommt viel später!) ausgiebig geschüttet, sortiert, geschoben und gezogen im Gehen. Machen Sie den kleinen Krug und feste Gläser auf dem Spieltisch und die Gießkanne im Garten startklar. Aber auch Kisten voller Kastanien oder voller Watteknäuel. Es können auch Nudeln verschiedener Art und verschiedene Kleinteile zum genussvoll Löffeln (mit unterschiedlichen Löffeln) und Sortieren in verschiedene Behälter und Gefäße sein.

Stufe steigen, mit zwei Füßen parallel balancieren, auf Stuhl setzen

Nun ist Stufe steigen kein Problem mehr, sondern nur ein interessanter, genussreicher Akt. Alle Gliedmaßen und das Gleichgewicht werden beherrscht. Alle Muskeln können halten und Ausgleich schaffen. Aus unbeholfenen vorsichtigen Tapsern werden athletische kleine Könner. 

Kleinkinder beginnen mit 2 Füßen parallel zu balancieren. Sie üben die Stufen, die sie geklettert sind nun angehalten oder eigenständig, je nach gegebenem Zeitrahmen, zu ersteigen und hinabzusteigen. Auch das Gehen selbst wird noch lange von Widrigkeiten unterbrochen, sei es, dass man die Balance verliert oder stolpert oder zu schnell ist.

Und der gut vorbereitete Körper schützt das Kind: Es wird wenn, sehr gelenkig und sicher fallen, die Arme oder Füße zum Schutz aufstützen und vor allem immer den Kopf schnell sichern können, so dass es sich in der Regel weit weniger verletzt als nicht selbstbestimmt trainierte und erfahrene Kinder.

Stühle sind noch länger mit Vorsicht zu genießen. Sie können umkippen und sollten niedrig und schwer sein, damit das Kind, wenn der Popo nicht richtig positioniert ist, nicht unverhofft fällt. Hier bitte achtsam sein, bis das Kind diese Bewegungen beherrscht.

Klettern

Bereits vor dem Stehen und Gehen beginnen die Kinder sich angelehnt entlang zu tasten. In dieser Zeit beginnen sie spätestens mit Klettern. Der kleine und der große Dreieckständer (rechts im Bild) können mit einer unendlichen Ausdauer und Freude beklettert und bespielt werden.

Zu den Grundformen der Kletterei gehören Stufe, Schräge, Sprossenleiter, Hühnerleiter und Rutsche. Die Kinder lieben diese der Natur nachempfundenen Holzgeräte heiß und innig und so manches Wohnzimmer wird zum stundenlangen Abenteuerspielplatz umfunktioniert, wenn die Kinder in Krippe und Kindergarten noch kein solches Bewegungsmaterial hatten. Das ausdauernde Bewegungsspiel fördert eigenes Lernvermögen, Konzentration, Motorik und Selbsteinschätzung. Es bietet Anlass zu natürlich erworbener Achtsamkeit und variantenreichem genießerischem Spielvergnügen.

Die Spielregeln sind schnell angewendet: Zwei Hände zum Sichern verwenden. Die anderen beim Klettern nicht stören.

Die Regel für die Erwachsenen: Die Kinder aus Sicherheitsgründen beim Klettern nicht an der Hand führen, sondern nah sein, zurückhaltend eingreifen, und wenn mit den Händen um den Rumpf sichern. Ganz junge Kletterer kann man auch hinten an der Kleidung sichern. Aber bitte am unteren Rücken greifen, nicht am Kragen, denn da besteht die Gefahr des Würgens beim Abrutschen. 

Die eigenen Füße danken es dem jungen Menschen, der sie trainiert, bevor sie den ganzen Tag den Körper tragen müssen. An den Sprossen und beim Balancieren greifen die Füße auch und stärken damit den Mittelfuß optimal.

Auch der gesamte Körper erfährt Kräftigung, Spannung und baut Muskeln auf, die den Körper später in der Senkrechten gut und ausdauernd stabilisieren und tragen können.

Mit zunehmender Erfahrung können die Kinder ihre Parcours selber bauen. Erst wird die Rutsche auf höhere Sprossen gelegt, später baut man sich ganze Balancierstrecken, Höhlen, Klettergeräte selber, und nutzt sie ausgiebig.

Auch im Garten kann man für die Spielzeit Klettermaterial kombinieren. Um die angenehme Oberfläche der Holzspielgeräte zu bewahren, kommen diese nach dem Kletterspaß wieder nach drinnen.

Gesund und stark mit Rohkost betonter, chloropyhll- und vitalstoffreicher Kochkost

Der aufrechte Gang 4v6 – In die Vertikale

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Der aufrechte Gang 4/6  
In die Vertikale

In die Vertikale

Stehen üben, sich niederlassen

Die Spielsachen ziehen einen so in Bann, dass man sich oft aufrichtet, auf die Beine stellt, um auf den niedrigen Tisch zu langen oder etwas Interessantes zu ergattern.

Dann lässt man auch mal den sicheren Halt los, um beide Hände verwenden zu können. So geschieht es, dass man nebenbei Stehen übt, anfangs nur für ein paar Sekunden. 

So, jetzt stehe ich frei für 4 Sekunden. Sofort nimmt das Kleinkind seine Hände wieder stützend auf den Tisch. Wenn sich dann die Beinmuskeln melden, lässt man sich ins Spiel versunken wieder nieder auf die Knie. Das übt das Kind unablässig und immer nebenbei, denn es spielt ja.

Nach und nach gewöhnt der kleine Mensch seinen Organismus liebevoll, pragmatisch und schrittweise daran, ihn immer länger automatisiert zu tragen. Dies nimmt mehrere Monate in Anspruch.

Auf einem Bein stehen, schieben, auf die Couch klettern

Sobald das Kind mit Festhalten ein Bein heben kann und dabei seinen Körper schon ausbalancieren kann, ist es nicht mehr davon abzuhalten zu klettern. Die Couch ist gleich erklommen, oben geht es krabbelnd weiter. So ist nun eine Zeit erhöhte Achtsamkeit vonseiten der Eltern nötig und eventuell die Verwendung von Raumteilern oder Kindertürgittern, damit die Kinder ihre freie Bewegung und die Eltern die Sicherheit haben, dass dem Kind nichts passiert.

Wenn das Kind sich aufrecht an 40 x 40 cm große Tunnel lehnt, auf große Kisten auf glattem Boden oder an Kinder-Essstühle auf seiner Höhe, dann verschiebt es plötzlich mit seinem Gewicht den Gegenstand, an den es sich gestützt hat. Plötzlich muss es sein Gewicht verlagern und setzt einen Fuß vor.

Dies ist ein erster Schritt noch mit Anhalten, dem bald viele folgen im angeregten Spiel und bitte mit Ihrer Begleitung. Später wird es auch leichter kippbare Dinge schieben wie kleine Kinderwägen. Dann muss es aber schon mehr Gleichgewicht entwickelt haben. 

Der aufrechte Gang 3v6 – Oberkörper aufrecht

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Halb aufrecht

Sich hochziehen mit Festhalten, angelehnt entlangtasten

Sofern man krabbelnd unterwegs ist, macht man mal Pause und ruht sich aus. Der Popo wird auf den Unterschenkeln abgesetzt und bedacht richtet sich der Oberkörper auf. Das geschieht oft, wenn sich das Baby an niedrigen Gegenständen festhält und mit Stütze aufrichtet.

Völlig ins Spiel versunken, arbeitet der Körper die Positionen aus, die einfach immer wieder gebraucht werden. So geschieht über die Spielfreude und den Eifer, die Spiele umsetzen zu können, alles Notwendige für eine außergewöhnlich gut entwickelte Motorik und die dazugehörigen Verknüpfungen im Gehirn für spätere intelligente und komplexe Tätigkeiten wie von selbst.

Es gelingt dem Baby, das Gewicht auch mit einem aufgestellten Bein zu balancieren, und schon kann es sich hochziehen. Es steht dabei nicht senkrecht, sondern leicht schräg und die Füße tragen nur einen Teil des Körpergewichts. So tastet es sich langsam voran, bis die Füße fest und stabil genug werden, um den Körper dann im Stehen tragen zu können. Die Beine und die Hüften balancieren und stabilisieren sich.

Die Kinder bleiben sehr lange nur kurz hochgezogen in der Schrägen, damit der Stützapparat nicht überfordert wird, sondern Schritt für Schritt erstarkt und sich langsam an das gesamte Körpergewicht gewöhnt.

Sich setzen, sitzen

Diese Kind hat sich zum ersten Mal, nachdem es sich an dem Kasten hochzog, nicht auf die Beine, sondern auf den Po gesetzt. Da diese Position noch ungewohnt ist, sichert es sich mit der Hand.

Das Sitzen ist eine Sache für sich. Noch lange üben die Babys, den Popo richtig zu positionieren. Kleine Stühle sind daher noch lange nicht angesagt. Der Boden bleibt der wichtigste Verbündete beim Trainieren für den aufrechten Gang. Lange bevor das Baby für einige Zeit sitzt, trainiert es alle Arten des Halbsitzes: Arme abgestützt und dann die Beine in allen Richtungen ausgestreckt oder angewinkelt. Das entwickelt die Dehnung und Kräftigung im Beckenbereich für gesundes ausdauerndes Sitzen und Stehen! 

Die Kinder, die den Bewegungsapparat frühzeitig ausreichend gekräftigt haben, sitzen kerzengerade. Sie können aus dieser Position blitzschnell wieder in jede andere bekannte Position wechseln. Sie sind hurtig und unternehmungslustig, denn beide Hände sind jetzt wieder frei zum forschen, spielen und transportieren.

Babys und Kleinkinder, die ihre Motorik vorrangig selbst entwickeln können, sind selbstständig, konzentriert im Tun, beginnen neue Entwicklungsschritte zur optimalen Zeit. So sammeln sie gute Erfahrungen und damit Erfolge. Sie können sich gut einschätzen und stärken mit jedem eigenen erfolgreichen Lernschritt ihr Selbstvertrauen. Sie fallen auch mit ihrer bedachten, selbstsicheren und versierten Mimik und Gestik sehr positiv auf.

Wenn das Baby sitzt sind die Hände wieder frei: Juhuu! Wenn das Sitzen gut klappt und man schon etwas Ausdauer im Rücken angelegt hat, - gut trainierte Kinder sitzen kerzengerade – dann geht es richtig los mit dem Hantieren: Es wird ergriffen, gewendet, gelegt, gestellt, geworfen, geschoben, gezogen.

Achtung! Bitte vorher in der Spielecke und für den täglichen Aufenthalt eine vorbereitete Umgebung für sichere und ungestörte Spielfreude schaffen. Es wird geschüttet, geschaufelt, sortiert etc. Es wird auch schon zugeordnet: Zusammengehörende Teile gefunden wie Plastikflasche und Schraubverschluss. Leicht angeschraubte nicht zu kleine Schraubverschlüsse werden ab- und ein, zwei Wochen später zugeschraubt, Druckknöpfe, Klammern, Reißverschlüsse erforscht, Schachteln geöffnet, geeignetes Papier zerrissen…

Der aufrechte Gang 2v6 – Erste Fortbewegung

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Der aufrechte Gang 2/6  
Erste Fortbewegung

Erste Fortbewegung

Strecken, Rollen, Robben, Rumpf in die Höhe

Die seitliche Balance im Liegen wird nun gut beherrscht: Der Seitstütz hier ganz lässig. Jetzt ist die Neugier auf weiter entfernt liegende Gegenstände geweckt und das Baby versteht es auf vielfältige Weise diese zu erreichen. Die Spieldecke wird zu klein und die nahe Umgebung wird besser sicher gemacht. 

Und mehr Forscherutensilien müssen her. Denn nun beginnt das Rollen und Robben, Strecken und sich voran Schieben, um neue interessante  Gegenstände dieser Welt zu entdecken.

Wenn die Spielsachen gerade so weit entfernt positioniert werden, das das Kind sie mit ein bisschen Anstrengung noch gut erreicht, dann ist die Motivation, diese anzusteuern, besonders hoch. Alle möglichen Methoden, um vorwärts zu kommen, werden eingesetzt. Dabei entdeckt das Baby auch neue Positionen, wie hier den seitlichen Liegestütz. So rückt das eigenständige Sitzen Schritt für Schritt näher.

Mit dem ständigen Strampeln und Strecken nach den Spielsachen geschieht es unweigerlich, dass das Baby seine Position verändert.

Schon zu diesem Zeitpunkt beginnt das Baby sich die Grundformen der Landschaft zu erschließen: Die Ebene und die Schräge rauf und runter. Auch Sprossen und Stufen werden schon erkundet. Ecken und Kanten gefühlt, Oberflächeneigenschaften erfahren. 

So gibt es ab diesem Zeitpunkt bereits entsprechendes Bewegungsmaterial: Stufe, Schräge, Sprossenkeil zum Klettern, Gegenstände rausfischen und eine Babyrutsche, die bäuchlings genommen wird. So kann Baby experimentieren und die Eltern sich zufrieden zurücklehnen, denn sie wissen, ihr Kind spielt sicher und kann dank sicherer Umgebung auch nicht die Treppe im Gang hinunterpurzeln. Es trainiert ja vorher auch schon in der Spielecke dafür.

Krabbeln, Bärengang, Treppen rauf und runter

Wenn denn nun der Pops und dann der Rumpf in der Luft ist, geschieht es unweigerlich, dass man vier Gliedmaßen unter sich hat. Diese werden in alle Richtungen ausprobiert und gestreckt.

Dabei passiert es, dass man im Bärengang vorantapst wie ein Bar. Oder eben krabbelt, weil es wieder weniger Kraft braucht.

Frühkindliche Förderung beginnt spätestens hier. Denn hier verknüpfen sich nun, wie auch beim Krabbeln, beide Gehirnhälften.

Manche Kinder robben fast nur, andere krabbeln sehr lange. Eben wie seine Genetik das Kind am besten auf die Vertikale vorbereitet.Wenn die Kinder Zeit haben, diese Bewegungen mit Muße auszufeilen, sind sie bestens mit Grunderfahrungen ausgestattet, die ihre intellektuellen Fähigkeiten untermauern. 

Wenn sie bis zum Krabbeln meistens  in der Horizontalen getragen wurden und nicht an der Hand zum Gehen angeleitet werden, bevor sie reif dafür sind, wird sich das an die Horizontale gewöhnte Sehen erst langsam umgewöhnen in eine vertikale Sehreizverarbeitung. Was sehr angenehm für die Kinder ist. Denn dies hilft ihnen, wichtige Entwicklungsschritte auf dem Boden nicht auszulassen. 

Spannend für die Eltern und Kinder wird es, wenn die Kinder im Anschluss daran das sich Hochziehen beginnen. 

Mit einer gut entwickelten Fortbewegung in der Horizontalen wird Haltungsproblemen und schwachen Füßen vorgebeugt und die Kinder erfahren um ein Vielfaches mehr Selbstkontrolle und Sicherheit, weil sie selbst viele positive erfolgreiche Erfahrungen machen. 

Selbst Treppen nimmt das Kind vorwärts hinauf und dann auch hinab. Hier ist es nötig, es darauf hinzuweisen, dass es sich selbst sichert. Das heißt entweder krabbelt oder sich anhält. Manche Kinder krabbeln die Treppe erst ein paar Stufen vorwärts hinab. Bitte sichern Sie um den Rumpf. Aber: Mit dieser kleinen eigenen Erfahrung vorneweg, werden sich die Kinder leichter bewegen lassen, mit den Füßen zuerst hinab zu klettern.

Beim nach oben Greifen, verlagert das Kind den Schwerpunkt nach hinten und setzt sich auf den Beinen ab. Immer öfter kommt es jetzt mit der Vertikalen in Berührung. So kräftigen sich Rumpf, Hüfte, Beine und Füße nach und nach, bis sie bereit sind für den nächsten Schritt in die Senkrechte. 

Der aufrechte Gang 1v6 – Der Säugling auf der Spieldecke

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Der aufrechte Gang 1/6 
Der Säugling auf der Spieldecke

Hier findest du erste von sechs Entwicklungsphasen und vorauf zu achten ist. 

Viele Fotos und Tipps zeigen dir, wo dein Baby gerade steht und was als nächstes kommt. Eine harmonische Abfolge der Phasen ist wichtig, nicht, ob ein Baby früher sitzt oder später.

Wesentlich für die Entwicklung ist, dass das Kind alle Phasen so lange es möchte auskosten kann! 

Das macht, das der Säugling entspannt gedeiht und sich freudig auf seine Bewegungsentwicklung einlässt.

Für schlaue Eltern mit Herz und Verstand, die gleich vieles richtig machen möchten oder wenn viele Fragen aufgetaucht sind, gibt es hier auch mehr Antworten und ein Ebook bis zur Vorschule.

Der Säugling auf der Spieldecke

Auf dem Rücken

Anfangs nimmt der Säugling Licht und Geräusche wahr, verbindet Bewegung im Raum mit auditiven Reizen und schätzt Gefahren ab.

Auf einer warmen, aber nicht zu weichen Spieldecke lernt der Säugling im Liegen erste Bewegungskoordination und entdeckt seinen Körper und seine Gliedmaßen. Auch die Hände sind ungemein interessant und ihr Gebrauch wird mit begeisterter Hingabe bis ins kleinste Detail eingeübt. 

In Ruhe liegend entspannt der Säugling und nimmt sofort die Entdeckung seines Körpers in Angriff und macht ihn sich Stück für Stück zu eigen. Ganz ähnlich, wie ein Baggerfahrer die Steuerung seines Baggerarms bis ins Feinste und auf Zentimeter genau kontrollieren lernt. Hier strampelt er unaufhörlich, vernetzt damit Bewegungsimpulse im Gehirn mit der erfahrenen Bewegung seiner Gliedmaßen. Er übt den Kopf zu drehen, den Körper zu strecken, die Hände bis in die Finger zu bewegen.

Ab drei Monaten kann er Tücher und kleine Gegenstände aus dem Radius seiner Arme vom Boden erhaschen und beginnt damit zu hantieren. Der anfangs schwere Rumpf wird gekräftigt und geschickt. Die Seitdrehung beim Erhaschen von Tüchern lässt ihn elastisch und beweglich werden. Die Hände werden immer sicherer im Greifen und Hantieren.

Auf dem Bauch

Die Bauchlage erobert sich der Säugling ab dem Moment, wo er den Rumpf leicht drehen lernt. Dann, wenn er die Wendung geschafft hat, ist die Bauchlage selbst eine Herausforderung, denn es heißt, den schweren Kopf beständig heben zu lernen. Der Nacken und Rücken wird jetzt gekräftigt. Die Hände üben das sich Stützen und der Rumpf erfährt eine Stärkung, das heißt: Körperspannung bis in die Zehenspitzen.

Doch zum Hantieren mit neuen Spielsachen wird sich der Säugling bevorzugt wieder in Rückenlage begeben, denn das ist ökonomischer und die Hände sind frei.

Im Seitstütz liegt er seitlich auf dem Ellbogen und beginnt das Balancieren mit dem Torso. Schnelle Positionswechsel sind jetzt seine Lieblingsbeschäftigung während er nun in der Lage ist, auch große Plastikschüsseln, fest verschlossene Wasserflaschen oder schwere Schöpflöffel zu erforschen.

Mit dem ständigen Strampeln und Strecken nach den Spielsachen geschieht es unweigerlich, dass das Baby seine Position zu verändern beginnt.

Gesund und stark mit Rohkost betonter, chloropyhll- und vitalstoffreicher Kochkost

Online-Arbeitsplatz mit Kindern – pädagogische Tipps

 

Mit Erziehung Zuhause in Corona Zeiten überfordert? So einfache Dinge helfen!

Wie Sie mit einigen pädagogischen Kniffen Kindererziehung, Beschulung, Essensversorgung und Business leichter unter einen Hut bringen und Ihre Kinder trotzdem optimal fördern.

Erziehung, Beschulung, Online-Arbeitsplatz Zuhause unter einem Hut

In Corona Zeiten muss Kinderkrippe, Kindergarten, Vorschule, Schule, Berufsleben und Kantine auch Zuhause stattfinden. Viele Dinge die in der modernen Gesellschaft ausgelagert wurden, bringt die Politik durch die Ausnahmeregelungen wieder nach Hause zurück. Eltern sehen sich unvorbereitet und spontan wieder mit der Erziehung und Beschulung beauftragt, während dem Sie einen Online-Arbeitsplatz ausgestalten, wie gewohnt Leistung erbringen sollen und darüber hinaus auch noch die Kantine ersetzen.

Was wir unter anderen Umständen vielleicht als große Chance gesehen hätten, nämlich Erziehung und Förderung unserer Kinder wieder selbst mitbestimmen zu können, gestaltet sich durch Corona eher als schwierig. Viele Mütter sind mit der Mehrfachbelastung Zuhause durch die generellen Sicherheitsmaßnahmen überfordert.

Mit diesen einfachen Tipps, können Sie mehrere Tätigkeiten zeitgleich möglich machen und verschiedenen Altersstufen gerecht werden. Ganz nach dem althergebrachten Lebensmodell in dem Landwirtschaft, Handwerk, Herd und die Erziehung in einer Großfamilie nah beieinanderlagen.

Auf der Spieldecke neben dem Arbeitsplatz

Raum für jeden nach seinen Bedürfnissen

Schaffen Sie Raum für jedes Familienmitglied ganz nach seinen Bedürfnissen.

Für die Kleinsten eine Spieldecke am gut isolierten Boden mit klaren Abtrennung durch Stillnudel oder kleine Möbel, so dass Sie Ihr Baby auch sicher kurz in Ihrer Nähe in der Küche, im Wohnzimmer, neben dem Schreibtisch ablegen können. Das Baby soll nicht im Zug liegen. Die greifbare Umgebung sollte keinerlei Gegenstände beinhalten, die gefährlich werden können.

Robbende bis Krabbelkinder können mit einem größeren Raumteiler einen Teil des Raums erhalten, so dass darin genügend Spielsachen Anreiz zum eigenen Spiel schaffen. Auch hier sollte der Raum für das Kind keine gefährlichen oder verschluckbaren Gegenstände enthalten. So können Sie sicher zur Tür, zur Waschmaschine oder Ihre Arbeit am Schreibtisch daneben verrichten.

Ältere Vorschulkinder können im allgemeinen Wohnbereich eine Spielecke mit Legobauten, einer Spielesammlung oder Bastelsachen an einem Kindertisch versorgt werden, der nicht im Kleinkindbereich liegt. Oft ist es möglich, dass die größeren Kinder Zugang zum Kleinkindbereich erhalten. Nur muss klar sein, dass diese Gast im Bereich des anderen sind und dessen Spielsachen dort zu belassen und pfleglich zu behandeln haben.

Jeder einzelne hat mal Priorität

Jedes Kind erhält eine Zeit am Tag, an der es Vorrang vor den anderen hat.

Beim Stillen ist das Baby die Hauptperson. Buchlesen für Kleinkinder oder das Telefon hat zu warten. In dieser Zeit erhält das Baby die Aufmerksamkeit und die volle Gewissheit einen festen Platz in der Familenstruktur zu haben. Dadurch werden unbewusste Störverhalten zu anderen Zeiten vermieden. Diese entwickelt ein Kind, wenn es das Gefühl hat, im Tagesablauf zu kurz zu kommen.

Wenn Geschichten vorgelesen werden, sind die Klein- und Vorschulkinder die wichtigsten Personen. Die anderen müssen kurz warten.

Wenn Schulkinder für die Prüfung abgefragt werden oder Ihnen etwas erklärt wird, müssen auch kleine Leute einen Moment warten.

Wenn eine Mutter nachmittags Ihre 10 Minuten Ruhepause auf der Couch braucht, um die nächtlichen Still- oder Betreuungsphasen abzufangen, ist in dieser Zeit die Mutter die Wichtigste.

Den Abend gut für jeden einteilen

Abends vor dem Schlafen Gehen, wenn Vater und Mutter das Wesentliche organisatorisch besprechen, können auch die Kinder zurückstehen, weil jeder seine Zeit am Tag erhält.

Kinder können sich mit etwas Geduld daran gewöhnen, Schlafenszeiten der anderen zu respektieren.

Oft ist es zeitlich nicht mehr möglich, Babys bis zum Einschlafen zu tragen oder im Kinderwagen herumzufahren. Daher ist die Spieldecke, auf dem man das Kind zudeckt oder eine althergebrachte Tragetasche in einer abgesicherten Ecke auf der Couch eine Möglichkeit ein Baby auch bei „laufendem Betrieb“ Zuhause einschlafen zu lassen um es dann in einen nahen ruhigeren Schlafbereich zu bringen. Ältere relativ gleichaltrige Kinder können sich daran gewöhnen, gemeinsam leise zu sein, oder zu einem schon schlafenden Kind leise ins Zimmer zu gehen, wenn keine zwei Bezugspersonen zur Verfügung stehen. Das ist langwieriger, aber mit steter Geduld und Dranbleiben wird es auch für die Kinder zur Selbstverständlichkeit.

Das Beste ist, die Zu-Bett-Geh-Routine rechtzeitig und mit viel Zeit zu beginnen.

Das verhindert, dass die jüngsten Familienmitglieder durch Übermüdung quengelig werden, Einschlafprobleme auftauchen und sich der Frust in Streit und Geschimpfe entlädt. Diese Übermüdung führt auch zu einer längeren Beruhigungszeit vor der Einschlafphase und die Kinder haben Schwierigkeiten in den Schlaf zu finden.

Kinder können lernen die Schlafenszeiten der anderen zu akzeptieren

Gut gestillter Hunger bringt guten Schlaf

Einfache vollwertige Küche mit viel frischem vitalstoffreichem Finger Food und Nüssen aus dem Bio-Sortiment.

Die Kinder sollten tagsüber genügend gegessen und getrunken haben, dass dies kurz vor dem Zubettgehen nicht die Regel ist. In Wachstumsphasen ist auch der Hunger ein wesentlicher Grund für nächtliche Wachzeiten. Sättigung, Ausgeglichenheit und Immunschutz entsteht, wenn alle für das Wachstum wichtigen Vitalstoffe in der Nahrung enthalten sind. Zink und Selen aus schadstoffarmen Nüssen, die für Zellwachstum, das Immunsystem und psychische Stabilität sehr wichtig sind, sollten nicht fehlen.

Bewegungsspiel sorgt für Sauerstoffzufuhr als Ausgleich zum Maske tragen und lässt zufrieden in den Schlaf sinken

Viel Bewegungsspiel unterstützt die Sauerstoffzufuhr als Ausgleich zum vorgeschriebenem Maske Tragen.

Die Zeiten, in denen im öffentlichen Raum oder der Kita Maske zu tragen ist, sollten so kurz wie möglich sein und unbedingt durch strukturelle Maßnahmen Zeiten ohne Maske geschaffen werden. Kindern mit Grunderkrankungen oder Entwicklungsrückständen aufgrund von Stoffwechseldysfunktionen oder Mängeln, sollten unbedingt ein Attest bekommen, um die Störung nicht zu vergrößern. Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Vitalstoffmängel sollten unbedingt aufgefangen werden, um das Immunsystem funktionsfähig zu halten.

Das Bewegungspiel aktiviert die Sauerstoffzufuhr wieder. Es fördert weiterhin die körperliche Entwicklung, die Intelligenz und tiefen erholsamen Schlaf.

Auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmtes Bewegungsmaterial, dass im Raum steht, sichert Ihnen ein begeistertes Spiel der Kinder, dass den Kindern hilft, Spaß, Intelligenz, Geschick und gute Gesundheit zu entwickeln. Und Ihnen sichert es Zeit für Ihre Aufgaben und Bedürfnisse.

Kinder, die altersgerechtes Spielzeug zur Verfügung haben, entwickeln sich im Spiel für sich und miteinander selbstbestimmt und optimal. Auch wird Ihre Fähigkeit zu lernen und ihre Frustrationstoleranz gestärkt und aufgebaut. Auch wenn Sie durch Beruf und Corona Umstellungen ausgelastet sein dürften, können Sie sicher sein, dass sich Ihre Kinder gut entwickeln und sich Kompetenz und Schulreife ausbilden. So muss der Fernseher nicht alle Zeiten abfangen, die Sie für Ihre Kinder nicht zur Verfügung stehen können.

Entspannt und trotzdem kompetent erziehen – wie geht das?

Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, entspannt und trotzdem sehr kompetent zu erziehen. Auch gemeinsame Spielregeln und Tischgewohnheiten sowie Geschwisterliebe können einfach unterstützt werden. Hierzu sei Ihnen das Ebook Kleines Einmaleins für Eltern empfohlen. Wir hoffen jedenfalls, Ihnen mit dieser Auswahl an Tipps in einer herausfordernden Zeit ein kleine Hilfe zu sein.

von Andrea Jacob

Der aufrechte Gang 1 bis 6 – Alle Entwicklungsphasen

Alle wichtigen Entwicklungsphasen unserer Babys und Kleinkinder bis zum freien Gehen im Überblick

Das Wunder der Schöpfung - Unsere Kleinen ganz groß

Entscheidend für eine gelungene Bewegungsentwicklung unserer Babys und Kleinkinder sind einerseits die ruhige, wärmende Aufmerksamkeit der Bezugspersonen und andererseits die vorbereitete Umgebung, in der der Säugling natürliche motorische Bewegungsabläufe im freudigen Spiel entdecken und einüben kann. Nur sehr wenig ist nötig, um eine natürliche und ungestörte Bewegungsentwicklung zu ermöglichen und in Gang zu halten. Hier alle wichtigen Entwicklungsphasen von Anfang bis zum freien Gehen im Überblick.

Der aufrechte Gang 1/6 
Der Säugling auf der Spieldecke

Der aufrechte Gang 2/6  
Erste Fortbewegung

Der aufrechte Gang 3/6   
Halb aufrecht

Der aufrechte Gang 4/6  
In die Vertikale

Der aufrechte Gang 5/6  
Aufrecht fortbewegen -
Die Anfänge

Der Säugling auf der Spieldecke

Auf dem Rücken

Anfangs nimmt der Säugling Licht und Geräusche wahr, verbindet Bewegung im Raum mit auditiven Reizen und schätzt Gefahren ab.

Auf einer warmen, aber nicht zu weichen Spieldecke lernt der Säugling im Liegen erste Bewegungskoordination und entdeckt seinen Körper und seine Gliedmaßen. Auch die Hände sind ungemein interessant und ihr Gebrauch wird mit begeisterter Hingabe bis ins kleinste Detail eingeübt. 

In Ruhe liegend entspannt der Säugling und nimmt sofort die Entdeckung seines Körpers in Angriff und macht ihn sich Stück für Stück zu eigen. Ganz ähnlich, wie ein Baggerfahrer die Steuerung seines Baggerarms bis ins Feinste und auf Zentimeter genau kontrollieren lernt. Hier strampelt er unaufhörlich, vernetzt damit Bewegungsimpulse im Gehirn mit der erfahrenen Bewegung seiner Gliedmaßen. Er übt den Kopf zu drehen, den Körper zu strecken, die Hände bis in die Finger zu bewegen.

Ab drei Monaten kann er Tücher und kleine Gegenstände aus dem Radius seiner Arme vom Boden erhaschen und beginnt damit zu hantieren. Der anfangs schwere Rumpf wird gekräftigt und geschickt. Die Seitdrehung beim Erhaschen von Tüchern lässt ihn elastisch und beweglich werden. Die Hände werden immer sicherer im Greifen und Hantieren.

Auf dem Bauch

Die Bauchlage erobert sich der Säugling ab dem Moment, wo er den Rumpf leicht drehen lernt. Dann, wenn er die Wendung geschafft hat, ist die Bauchlage selbst eine Herausforderung, denn es heißt, den schweren Kopf beständig heben zu lernen. Der Nacken und Rücken wird jetzt gekräftigt. Die Hände üben das sich Stützen und der Rumpf erfährt eine Stärkung, das heißt: Körperspannung bis in die Zehenspitzen.

Doch zum Hantieren mit neuen Spielsachen wird sich der Säugling bevorzugt wieder in Rückenlage begeben, denn das ist ökonomischer und die Hände sind frei.

Im Seitstütz liegt er seitlich auf dem Ellbogen und beginnt das Balancieren mit dem Torso. Schnelle Positionswechsel sind jetzt seine Lieblingsbeschäftigung während er nun in der Lage ist, auch große Plastikschüsseln, fest verschlossene Wasserflaschen oder schwere Schöpflöffel zu erforschen.

Mit dem ständigen Strampeln und Strecken nach den Spielsachen geschieht es unweigerlich, dass das Baby seine Position zu verändern beginnt.

Erste Fortbewegung

Strecken, Rollen, Robben, Rumpf in die Höhe

Die seitliche Balance im Liegen wird nun gut beherrscht: Der Seitstütz hier ganz lässig. Jetzt ist die Neugier auf weiter entfernt liegende Gegenstände geweckt und das Baby versteht es auf vielfältige Weise diese zu erreichen. Die Spieldecke wird zu klein und die nahe Umgebung wird besser sicher gemacht. 

Und mehr Forscherutensilien müssen her. Denn nun beginnt das Rollen und Robben, Strecken und sich voran Schieben, um neue interessante  Gegenstände dieser Welt zu entdecken.

Wenn die Spielsachen gerade so weit entfernt positioniert werden, das das Kind sie mit ein bisschen Anstrengung noch gut erreicht, dann ist die Motivation, diese anzusteuern, besonders hoch. Alle möglichen Methoden, um vorwärts zu kommen, werden eingesetzt. Dabei entdeckt das Baby auch neue Positionen, wie hier den seitlichen Liegestütz. So rückt das eigenständige Sitzen Schritt für Schritt näher.

Mit dem ständigen Strampeln und Strecken nach den Spielsachen geschieht es unweigerlich, dass das Baby seine Position verändert.

Schon zu diesem Zeitpunkt beginnt das Baby sich die Grundformen der Landschaft zu erschließen: Die Ebene und die Schräge rauf und runter. Auch Sprossen und Stufen werden schon erkundet. Ecken und Kanten gefühlt, Oberflächeneigenschaften erfahren. 

So gibt es ab diesem Zeitpunkt bereits entsprechendes Bewegungsmaterial: Stufe, Schräge, Sprossenkeil zum Klettern, Gegenstände rausfischen und eine Babyrutsche, die bäuchlings genommen wird. So kann Baby experimentieren und die Eltern sich zufrieden zurücklehnen, denn sie wissen, ihr Kind spielt sicher und kann dank sicherer Umgebung auch nicht die Treppe im Gang hinunterpurzeln. Es trainiert ja vorher auch schon in der Spielecke dafür.

Krabbeln, Bärengang, Treppen rauf und runter

Wenn denn nun der Pops und dann der Rumpf in der Luft ist, geschieht es unweigerlich, dass man vier Gliedmaßen unter sich hat. Diese werden in alle Richtungen ausprobiert und gestreckt.

Dabei passiert es, dass man im Bärengang vorantapst wie ein Bar. Oder eben krabbelt, weil es wieder weniger Kraft braucht.

Frühkindliche Förderung beginnt spätestens hier. Denn hier verknüpfen sich nun, wie auch beim Krabbeln, beide Gehirnhälften.

Manche Kinder robben fast nur, andere krabbeln sehr lange. Eben wie seine Genetik das Kind am besten auf die Vertikale vorbereitet.Wenn die Kinder Zeit haben, diese Bewegungen mit Muße auszufeilen, sind sie bestens mit Grunderfahrungen ausgestattet, die ihre intellektuellen Fähigkeiten untermauern. 

Wenn sie bis zum Krabbeln meistens  in der Horizontalen getragen wurden und nicht an der Hand zum Gehen angeleitet werden, bevor sie reif dafür sind, wird sich das an die Horizontale gewöhnte Sehen erst langsam umgewöhnen in eine vertikale Sehreizverarbeitung. Was sehr angenehm für die Kinder ist. Denn dies hilft ihnen, wichtige Entwicklungsschritte auf dem Boden nicht auszulassen. 

Spannend für die Eltern und Kinder wird es, wenn die Kinder im Anschluss daran das sich Hochziehen beginnen. 

Mit einer gut entwickelten Fortbewegung in der Horizontalen wird Haltungsproblemen und schwachen Füßen vorgebeugt und die Kinder erfahren um ein Vielfaches mehr Selbstkontrolle und Sicherheit, weil sie selbst viele positive erfolgreiche Erfahrungen machen. 

Selbst Treppen nimmt das Kind vorwärts hinauf und dann auch hinab. Hier ist es nötig, es darauf hinzuweisen, dass es sich selbst sichert. Das heißt entweder krabbelt oder sich anhält. Manche Kinder krabbeln die Treppe erst ein paar Stufen vorwärts hinab. Bitte sichern Sie um den Rumpf. Aber: Mit dieser kleinen eigenen Erfahrung vorneweg, werden sich die Kinder leichter bewegen lassen, mit den Füßen zuerst hinab zu klettern.

Beim nach oben Greifen, verlagert das Kind den Schwerpunkt nach hinten und setzt sich auf den Beinen ab. Immer öfter kommt es jetzt mit der Vertikalen in Berührung. So kräftigen sich Rumpf, Hüfte, Beine und Füße nach und nach, bis sie bereit sind für den nächsten Schritt in die Senkrechte. 

Halb aufrecht

Sich hochziehen mit Festhalten, angelehnt entlangtasten

Sofern man krabbelnd unterwegs ist, macht man mal Pause und ruht sich aus. Der Popo wird auf den Unterschenkeln abgesetzt und bedacht richtet sich der Oberkörper auf. Das geschieht oft, wenn sich das Baby an niedrigen Gegenständen festhält und mit Stütze aufrichtet.

Völlig ins Spiel versunken, arbeitet der Körper die Positionen aus, die einfach immer wieder gebraucht werden. So geschieht über die Spielfreude und den Eifer, die Spiele umsetzen zu können, alles Notwendige für eine außergewöhnlich gut entwickelte Motorik und die dazugehörigen Verknüpfungen im Gehirn für spätere intelligente und komplexe Tätigkeiten wie von selbst.

Es gelingt dem Baby, das Gewicht auch mit einem aufgestellten Bein zu balancieren, und schon kann es sich hochziehen. Es steht dabei nicht senkrecht, sondern leicht schräg und die Füße tragen nur einen Teil des Körpergewichts. So tastet es sich langsam voran, bis die Füße fest und stabil genug werden, um den Körper dann im Stehen tragen zu können. Die Beine und die Hüften balancieren und stabilisieren sich.

Die Kinder bleiben sehr lange nur kurz hochgezogen in der Schrägen, damit der Stützapparat nicht überfordert wird, sondern Schritt für Schritt erstarkt und sich langsam an das gesamte Körpergewicht gewöhnt.

Sich setzen, sitzen

Diese Kind hat sich zum ersten Mal, nachdem es sich an dem Kasten hochzog, nicht auf die Beine, sondern auf den Po gesetzt. Da diese Position noch ungewohnt ist, sichert es sich mit der Hand.

Das Sitzen ist eine Sache für sich. Noch lange üben die Babys, den Popo richtig zu positionieren. Kleine Stühle sind daher noch lange nicht angesagt. Der Boden bleibt der wichtigste Verbündete beim Trainieren für den aufrechten Gang. Lange bevor das Baby für einige Zeit sitzt, trainiert es alle Arten des Halbsitzes: Arme abgestützt und dann die Beine in allen Richtungen ausgestreckt oder angewinkelt. Das entwickelt die Dehnung und Kräftigung im Beckenbereich für gesundes ausdauerndes Sitzen und Stehen! 

Die Kinder, die den Bewegungsapparat frühzeitig ausreichend gekräftigt haben, sitzen kerzengerade. Sie können aus dieser Position blitzschnell wieder in jede andere bekannte Position wechseln. Sie sind hurtig und unternehmungslustig, denn beide Hände sind jetzt wieder frei zum forschen, spielen und transportieren.

Babys und Kleinkinder, die ihre Motorik vorrangig selbst entwickeln können, sind selbstständig, konzentriert im Tun, beginnen neue Entwicklungsschritte zur optimalen Zeit. So sammeln sie gute Erfahrungen und damit Erfolge. Sie können sich gut einschätzen und stärken mit jedem eigenen erfolgreichen Lernschritt ihr Selbstvertrauen. Sie fallen auch mit ihrer bedachten, selbstsicheren und versierten Mimik und Gestik sehr positiv auf.

Wenn das Baby sitzt sind die Hände wieder frei: Juhuu! Wenn das Sitzen gut klappt und man schon etwas Ausdauer im Rücken angelegt hat, - gut trainierte Kinder sitzen kerzengerade – dann geht es richtig los mit dem Hantieren: Es wird ergriffen, gewendet, gelegt, gestellt, geworfen, geschoben, gezogen.

Achtung! Bitte vorher in der Spielecke und für den täglichen Aufenthalt eine vorbereitete Umgebung für sichere und ungestörte Spielfreude schaffen. Es wird geschüttet, geschaufelt, sortiert etc. Es wird auch schon zugeordnet: Zusammengehörende Teile gefunden wie Plastikflasche und Schraubverschluss. Leicht angeschraubte nicht zu kleine Schraubverschlüsse werden ab- und ein, zwei Wochen später zugeschraubt, Druckknöpfe, Klammern, Reißverschlüsse erforscht, Schachteln geöffnet, geeignetes Papier zerrissen…

In die Vertikale

Stehen üben, sich niederlassen

Die Spielsachen ziehen einen so in Bann, dass man sich oft aufrichtet, auf die Beine stellt, um auf den niedrigen Tisch zu langen oder etwas Interessantes zu ergattern.

Dann lässt man auch mal den sicheren Halt los, um beide Hände verwenden zu können. So geschieht es, dass man nebenbei Stehen übt, anfangs nur für ein paar Sekunden. 

So, jetzt stehe ich frei für 4 Sekunden. Sofort nimmt das Kleinkind seine Hände wieder stützend auf den Tisch. Wenn sich dann die Beinmuskeln melden, lässt man sich ins Spiel versunken wieder nieder auf die Knie. Das übt das Kind unablässig und immer nebenbei, denn es spielt ja.

Nach und nach gewöhnt der kleine Mensch seinen Organismus liebevoll, pragmatisch und schrittweise daran, ihn immer länger automatisiert zu tragen. Dies nimmt mehrere Monate in Anspruch.

Auf einem Bein stehen, schieben, auf die Couch klettern

Sobald das Kind mit Festhalten ein Bein heben kann und dabei seinen Körper schon ausbalancieren kann, ist es nicht mehr davon abzuhalten zu klettern. Die Couch ist gleich erklommen, oben geht es krabbelnd weiter. So ist nun eine Zeit erhöhte Achtsamkeit vonseiten der Eltern nötig und eventuell die Verwendung von Raumteilern oder Kindertürgittern, damit die Kinder ihre freie Bewegung und die Eltern die Sicherheit haben, dass dem Kind nichts passiert.

Wenn das Kind sich aufrecht an 40 x 40 cm große Tunnel lehnt, auf große Kisten auf glattem Boden oder an Kinder-Essstühle auf seiner Höhe, dann verschiebt es plötzlich mit seinem Gewicht den Gegenstand, an den es sich gestützt hat. Plötzlich muss es sein Gewicht verlagern und setzt einen Fuß vor.

Dies ist ein erster Schritt noch mit Anhalten, dem bald viele folgen im angeregten Spiel und bitte mit Ihrer Begleitung. Später wird es auch leichter kippbare Dinge schieben wie kleine Kinderwägen. Dann muss es aber schon mehr Gleichgewicht entwickelt haben. 

Aufrecht fortbewegen - Die Anfänge

Das freie Gehen

Wenn alle vorausgehenden Bewegungen gut geübt und sicher sind, wird das Kleinkind, - nachdem es ja schon länger stehen und sich sicher niederlassen kann - oft plötzlich gleich mehrere Schritte frei gehen und das Gehen ab diesem Zeitpunkt anhaltend üben.  

Selbst wenn es noch die meiste Zeit des Tages und auch noch lange nicht für mehr als ein paar Minuten geht, wird es ständig für kurze Momente in der Senkrechten Schritte üben und eine unglaubliche Freude dabei empfinden! Denn alle "großen Leute" gehen ja frei! 

Es gilt: Nur kurze Zeit gehen, dann wieder niederlassen. Eile mit Weile und Freude. Die sandige Hose beweist es.

Wer von uns Eltern die Bewegungsentwicklung eines kleinen Kindes einmal erlebt hat, wird sich sein ganzes Leben daran erinnern und viele Dinge, die die Kleinen intuitiv richtig machen, nach und nach bewusst wieder in sein Leben einbauen: Den individuellen Rhythmus beim Lernen beachten, das regelmäßig Pause machen, den Vergleich vorher nachher bei der eigenen Lernaufgabe ziehen, nicht den Vergleich andere ich, mit Geduld und Umsichtigkeit vorgehen und die Lernaufgaben in geeignete Schritte einteilen, die immer mit Erfolg enden.

Ist der aufrechte Gang, das inhärente Erlernen des freien Gehens, nicht ein wahres Meisterwerk unserer Natur, das unsere Kinder vollbringen und für sich nützen können, - mit all den neurologischen Vorteilen, die sich daraus ergeben?

Hantieren im Gehen

Nun kann man nach Herzenslust transportieren: Opfern Sie die Kleinteile ihrer Wohnzimmereinrichtung für die täglichen Spielzeiten und machen Sie das Aufräumen zu einem vergnüglichen Akt, der früh genug begonnen wird, damit man die ganze Ruhe und Zeit dafür hat.

Es wird nämlich transportiert, in Reihe gelegt (in die Höhe bauen kommt viel später!) ausgiebig geschüttet, sortiert, geschoben und gezogen im Gehen. Machen Sie den kleinen Krug und feste Gläser auf dem Spieltisch und die Gießkanne im Garten startklar. Aber auch Kisten voller Kastanien oder voller Watteknäuel. Es können auch Nudeln verschiedener Art und verschiedene Kleinteile zum genussvoll Löffeln (mit unterschiedlichen Löffeln) und Sortieren in verschiedene Behälter und Gefäße sein.

Stufe steigen, mit zwei Füßen parallel balancieren, auf Stuhl setzen

Nun ist Stufe steigen kein Problem mehr, sondern nur ein interessanter, genussreicher Akt. Alle Gliedmaßen und das Gleichgewicht werden beherrscht. Alle Muskeln können halten und Ausgleich schaffen. Aus unbeholfenen vorsichtigen Tapsern werden athletische kleine Könner. 

Kleinkinder beginnen mit 2 Füßen parallel zu balancieren. Sie üben die Stufen, die sie geklettert sind nun angehalten oder eigenständig, je nach gegebenem Zeitrahmen, zu ersteigen und hinabzusteigen. Auch das Gehen selbst wird noch lange von Widrigkeiten unterbrochen, sei es, dass man die Balance verliert oder stolpert oder zu schnell ist.

Und der gut vorbereitete Körper schützt das Kind: Es wird wenn, sehr gelenkig und sicher fallen, die Arme oder Füße zum Schutz aufstützen und vor allem immer den Kopf schnell sichern können, so dass es sich in der Regel weit weniger verletzt als nicht so trainierte und erfahrene Kinder.

Stühle sind noch länger mit Vorsicht zu genießen. Sie können umkippen und sollten niedrig sein, damit das Kind, wenn der Popo nicht richtig positioniert ist, nicht unverhofft fällt. Hier bitte achtsam sein, bis das Kind diese Bewegungen beherrscht.

Klettern

Bereits vor dem Stehen und Gehen beginnen die Kinder sich angelehnt entlang zu tasten. In dieser Zeit beginnen sie spätestens mit klettern. Kleine und der große Dreieckständer (rechts im Bild) können mit einer unendlichen Ausdauer und Freude beklettert und bespielt werden.

Zu den Grundformen der Kletterei gehören Stufe, Schräge, Sprossenleiter, Hühnerleiter und Rutsche. Die Kinder lieben diese der Natur nachempfundenen Holzgeräte heiß und innig und so manches Wohnzimmer wird zum stundenlangen Abenteuerspielplatz umfunktioniert, wenn die Kinder in Krippe und Kindergarten noch kein solches Bewegungsmaterial hatten. Das ausdauernde Bewegungsspiel fördert eigenes Lernvermögen, Konzentration, Motorik und Selbsteinschätzung. Bietet Anlass zu natürlich erworbener Achtsamkeit und variantenreichem genießerischem Spielvergnügen.

Die Spielregeln sind schnell angewendet: Zwei Hände zum Sichern verwenden. Die anderen beim Klettern nicht stören.

Die Regel für die Erwachsenen: Die Kinder aus Sicherheitsgründen beim Klettern nicht an der Hand führen, sondern nah sein, zurückhaltend eingreifen, und wenn um den Rumpf sichern. Ganz junge Kletterer kann man auch hinten an der Kleidung sichern.

Die eigenen Füße danken es dem jungen Menschen, der sie trainiert, bevor sie den ganzen Tag den Körper tragen müssen. An den Sprossen und beim Balancieren greifen die Füße auch und stärken damit den Mittelfuß optimal. Auch der gesamte Körper erfährt Kräftigung, Spannung und baut Muskeln auf, die den Körper später in der Senkrechten gut und ausdauernd stabilisieren und tragen können.

Mit zunehmender Erfahrung können die Kinder ihre Parcours selber bauen. Erst wird die Rutsche auf höhere Sprossen gelegt, später baut man sich ganze Balancierstrecken, Höhlen, Klettergeräte selber, und nutzt sie ausgiebig.

Auch im Garten kann man für die Spielzeit Klettermaterial kombinieren. Um die angenehme Oberfläche der Holzspielgeräte zu bewahren kommen diese nach dem Kletterspaß wieder nach drinnen.

Aufrecht Fortbewegen - über längere Dauer

Rennen lernen

Bis das Kleinkind den lieben langen Tag auf den Beinen ist, vergehen viele Wochen und Monate. Dies ist zu berücksichtigen, wenn Sie länger unterwegs sein wollen: Lieber etwas länger den Kinderwagen dabeihaben, damit der ermüdete kleine Forscher auch gefahren werden kann, wenn die Beine absolut noch nicht weiter können.

Rennen will gelernt sein: Wie viele Male sind wir aufgestanden und beim Laufen hingefallen. Abertausende Male. Wenn man rennen gelernt hat, hat man wohl oder übel das „Stehauf Männchen“ Prinzip intus. Daran kann man sich ein Leben lang erinnern und Sieger ist der, der ein einziges Mal mehr aufgestanden ist als hingefallen und die anderen danach dazu ermutigt auch wieder aufzustehen.

Auch hier gilt: Ein im Bewegungsspiel gut koordinierter und erfahrener Körper sorgt dabei für weitgehende Unfallfreiheit.

Auf Linie balancieren, in die Höhe (Turm) bauen und rückgängig machen, umwerfen

Jetzt ist die Zeit da, in der das Kind ausreichend Körperbeherrschung erlangt hat, um auf einer Linie gehen zu üben oder beim Balancieren einen Fuß vor den anderen zu setzen. Seine Kompetenzen erweitern sich nun beträchtlich.

Nun entwickeln sich auch andere Fähigkeiten wie das symbolische Spiel und komplexe Bauten werden unternommen. Das Kind wird jetzt auch von sich aus in die Höhe bauen und das Gebaute zerstören.

Ein Zyklus, der für jede kreative Arbeit beherrscht werden will, um nicht in einer Hälfte, dem Aufbau, in der Arbeit mit dem Körperlichen stecken zu bleiben. Meisterlich beherrscht die Materie, wer sie zusammenfügen und das Konstruierte wieder auflösen kann. Beides gehört dazu. Und natürlich auch das gemeinsame ebenfalls großzügig eingeplante Aufräumen mit den Eltern mit Zeit, Lust und Liebe - wie beim Spiel.

Verschiedenste Bewegungsabläufe erlernen, automatisieren, verfeinern

Laufen, hüpfen, springen sind nun eine Lust und als Übung großgeschrieben und an der Tagesordnung. 

Mit der Bewegungskompetenz kommt auch die soziale Kompetenz ins Spiel, denn nun spielen die Kinder auch vermehrt miteinander. Mit jedem Kontakt und jeder Berührung wird das eigene Bedürfnis mithilfe der Versprachlichung und nahen Begleitung durch die Erwachsenen formuliert und auf das Bedürfnis des anderen aufmerksam gemacht. Gemeinsam finden die Kinder zusammen und zu erlebter Selbstwirksamkeit, Vertrautheit und Kontaktfreudigkeit mit eigenaktiv herbeigeführter Lösung.

Werfen, auf den Stuhl setzen, freihändig Treppensteigen, auf Instrumenten Töne hervorbringen, blasen, pfeifen, malen, schneiden, falten, kleben, hämmern und und und.

Jetzt kommt Ihnen die bewusste, während der Babyzeit erlernte, gute Beobachtung Ihres Kindes voll zugute: Sie wissen, wo Sie fördern können, entdecken Stärken und können optimal auf den Charakter und die Lernweise ihres Kindes eingehen. Auch Grenzen setzen fällt Ihnen leicht, da Ihre Kinder mit Ihnen gemeinsam Frustrationstoleranz erworben haben und eigene Erfahrung und Mühe sie verständnisvoll gemacht haben.

Das Liebesband zwischen Ihnen wird durch die bindungsorientierte Vorgehensweise immer stärker. Ihr Kind ist sehr früh selbstständig und eigenaktiv.

Das Kind wird, auch durch die Erfahrungen, die es seit dem freien Gehen mehr und mehr in der Welt sammelt, immer verständiger und wissbegieriger. Es will wissen, wie es zu etwas kommt, dies beibehält, es wieder rückgängig machen kann. Dieser Zyklus schließt alle Phasen der Körperlichkeit ein: Aufbauen, Beibehalten, Abbauen.

Der eigene innere Bauplan kann verwirklicht werden. Das ganzheitliche Lernen, frühkindliche Bildung und individuelle Förderung geschieht mit Eigenmotivation. Kerative und rationale Elemente verbinden sich beim Denken und Handeln zu ganzheitlichem Lernen.

Wir lernen aus Begeisterung durch Nachahmung, wir synchronisieren Bewegungen mit unserem Gefährten, oft dem älteren Geschwisterkind, dem großen Vorbild, wir lernen durch Beobachten, selber Tun und Nachahmen. Die Erfahrung macht uns klüger und weise.

Dazu gehören auch Regeln: Spiele im Leben, nicht mit dem Leben. Um das sicherzustellen, haben die Älteren (Eltern) ihren dankenswerten und essentiellen Platz in der Schöpfung erhalten!

Jeder Mensch kennt durch die autonome Bewegungsentwicklung seinen inneren Lernzyklus. Jeder Mensch kann beizeiten durch die wärmende Aufmerksamkeit eines Betreuers in dieser Zeit einen natürlichen, bindungsorientierten Umgang erlernen. Jeder Mensch kann dadurch echte tiefe Beziehungen aufbauen und pflegen lernen. Jeder Mensch weiß dadurch um die Spielregeln, wenn es heißt, mit dem eigenen Körper, anderen Mitmenschen umzugehen oder mit verschiedenem Material zu arbeiten oder auch mit unseren Mitmenschen zu leben. Auch der Prozess der Auflösung ist hier auf natürliche Weise miteingeschlossen.

Den guten Ton aber, Taktgefühl und ach auch Tabus erlernt ein Kind nur durch die Erwachsenen, die ethischen, leider auch moralischen Grundsätzen gehorchen. An uns ist es, dem Kind eine neutrale, sachliche Kenntnis der Regeln zu vermitteln, die Erfolg und Verstehen im Konkreten nach sich ziehen und einen fairen, liebenswerten Umgang fördern. Aus den konkreten Verhalten und Erfahrungen entstehen in Folge die inneren Werte, die wir dem Kind vorleben.

Das Kind hat sich selbst mithilfe seiner eigenaktiven Bewegungsentwicklung bestens geschult: Mit in unzähligen Lernaufgaben erworbener Frustrationstoleranz und echtem Selbstvertrauen durch eigenen Erfolg, kann es die Welt da draußen nun voller Neugier und gut vorbereitet an unserer Seite entdecken.

Voller Elan ins Spiel vertieft

                                                                                                                                                                                                                         von Andrea Jacob

Mit der Motorik entwickelt ein Baby auch seine Intelligenz.
Mit der Erfahrung und dem Kontakt zu anderen Kindern
verankert das Kleinkind Selbstvertrauen und Lebenskompetenz.

Mit allen Sinnen spielen können, fördert die Intelligenz ebenso wie die gesamte Entwicklung des Kindes, mittels dabei entstehender Verknüpfungen im Gehirn. Mit Gefährten in heiteres Bewegungsspiel versunken zu sein, hat somit nicht nur positive Auswirkungen auf  Selbstvertrauen und Lebensgefühl, sondern auch auf Motorik, Sprachentwicklung und soziale Kompetenz unser heißgeliebten Sprösslinge.

Faszinierendes Spielmaterial

Wer ist von uns Eltern nicht auch auf der Suche nach dem Spielzeug, das nicht gleich in der Ecke landet. Hier im Spielraum für Bewegung nach Pikler und Hengstenberg auf dem Daxenmarkt der Montessori Schule Biberkor in Bayern scheint es nur solche Wunderspielzeuge zu geben: Alle kommen, gucken, spielen, klettern und wollen gar nicht mehr aufhören. „Jetzt sind wir schon wieder da.“, sagt ein Vater lächelnd während er ergeben stöhnt. Es ist Nachmittag und seine Kinder kamen am Vormittag zum ersten Mal in diesen Raum, in dem viele einfache hölzerne Bewegungsspiele aufgestellt sind. Während draußen auf dem winterlichen Weihnachtsmarkt Trubel herrscht, lädt dieser Raum wie ein warmes Nest ein zu bleiben und im Spiel zu regenerieren. Das jüngere Mädchen klettert das xte Mal durch einen Holztunnel, denn sie anschließend aufstellt und in der Vertikalen besteigt.

Spielregeln inklusive

Die draußen angeschlagenen Regeln hierfür lauten: 1. Wir klettern mit beiden Händen. 2. Wir stören die anderen nicht beim Klettern. 3.  Diese Regel gilt für die Eltern und Begleiter:  Wir sichern unsere Kinder um den Rumpf oder am Rücken. Wir führen nicht an der Hand, - aus Sicherheitsgründen. Denn die Sicherheit ist groß geschrieben. Hier sind alle akrobatischen Klettereinheiten so tief gelegt, dass kein kindliches Sprunggelenk ernstlich gestaucht werden kann.  

Viele Kinder sind es sehr gewöhnt im Alltag geführt zu werden. Aus gutem Grund: Da gibt es Verkehr auf der Straße, zwei Kinder und ein Baby im Kinderwagen zwischen Supermarktregalen oder die Dinge am Wegrand zur Krippe sind einfach zu attraktiv und die Zeit drängt… Vor allem, wenn die Kinder laufen lernen, gibt auch die elterliche Hand einen starken Rückhalt und liebevolle Führung. Doch hier im Spielraum ist die Umgebung vorbereitet, alle ungeeigneten Kleinteile sind hochgestellt und der Freiheit steht nichts mehr im Wege. Der Spielraum ist eine Einladung dazu, lieber 30 cm selbst zu balancieren, als dreimal die ganze  Balancierstrecke geführt zu werden. Das gibt Selbstsicherheit und die Kinder lernen die Geräte richtig einschätzen. Sie wissen dann, was sie sich selbst zutrauen können.

Großer Andrang: Alle wollen auch! 

Ein Spielgefährte spielt nun mit dem Mädchen Verstecken im Holztunnel und dann gehen beide rutschen. Da muss man sich sogar kurz anstellen. Die größere klettert am 5-Stangengerät einmal bis unter die Decke des Raums und lässt sich dann neben größeren Jungs nieder zum Bauen mit Kapla Steinen, sehr schmal und exakt geschnittene Bausteine aus Holz, mit denen man auch freitragende Bauten erstehen lassen kann. Der Turm der Jungs reicht bis über ihre Schultern.

Doch nicht nur junge und ältere Grundschulkinder wie diese beiden finden hier interessantes Bewegungsmaterial. Die ganz Kleinen werden aus den Tragetüchern genommen und ganz hinten im Raum in einer geschützten Ecke auf die Spieldecke gelegt. Der Vater setzt sich ganz nah zu seinem Sohn und mit wachem Blick äugt das Baby zu den kletternden Kindergartenkindern hinüber, dann zum Papa und gleich darauf hascht es nach dem neben seinem Kopf liegenden Holzspielzeug. Gleich nebendran arbeitet sich ein kleines Mädchen auf zwei Beinen noch wankend auf die Krabbelkiste, an der ein 14cm hoher Rutschkeil befestigt ist. Daneben führt ein Sprossenkeil 14 cm „bergauf“. An der Rutsche merkt das Mädchen, dass es mit den Socken abrutscht. Es rudert mit den Armen und lässt sich, bestärkt durch die daneben sitzenden Eltern, auf alle viere nieder um die Rutsche hinabzuklettern. Sie bringt dem Baby zwei Spielsachen und zurück will sie schon im Stehen über die Babyrutsche hinauf. Das ist der Moment, in dem viele Eltern den Kindern für fünf Minuten die Socken ausziehen, weil die Füße auf dem warmen Holz so schön haften zum Klettern. Die Großen nutzen den Effekt ja auch nebendran mit Feuereifer auf dem 5-Stangengerät.

Betreung leicht gemacht mit kleiner Einweisung

Eine Mutter, die nach einer kleinen Einweisung das erste Mal für zwei Stunden im Spielraum betreut hat, spricht ganz offen über ihre Erfahrungen. Sie ist sichtlich berührt. Anfangs sei es ungewohnt, so zurückhaltend und doch nah zu sichern. Die Betreuung fordere ständige Beobachtung und wärmendes Interesse, denn die Kinder werden nicht allein gelassen, wenn sie experimentieren. Sie würden frühzeitig informiert, über Gefahren aufgeklärt und mit einem offenen Herzen gewärmt. Nicht der kritische Blick, - echte Teilnahme motiviere und bestärke.

„Wenn man sieht, wie schnell die Kinder lernen und sicher werden, ist man bass erstaunt. Die Freude über den Lernerfolg ist ihnen ins Gesicht geschrieben. Und im Vergleich könnten Kinder, die an der Hand geführt werden nicht so viel lernen, weil sie sich dadurch oft nicht in ihrem eigenen Schwerpunkt befinden. Man erkennt im freien Spiel den Charakter der Kinder und deren Vorlieben und Stärken. Ich habe mir echt viel mitgenommen.“

Letztes Jahr beugte sich ein von der sichtlich angetanen Stufenleitung herbeigeholter Vorstand zur Tür herein. Sein Gesicht war eher aufmerksam und ernst. Er schien die Anschaffungskosten zu überschlagen. Ein paar Wochen später teilte mir die Stufenleitung bei einer Gelegenheit mit, dass der Kindergarten schon Bewegungsmaterial erstanden habe, aber der Raum dazu noch gefehlt habe.

Die Erfahrung machen und Erfolge realisieren

Gerade heißt es, schnell Fotos machen, denn die großen Jungs präsentieren sich mit ihren Bauwerken. Die Türme sind beeindruckend hoch. Der Turm davor ging aus der Nähe fast nicht mehr aufs Bild. Die Kinder hatten sich auf Stühle gestellt, um maximal in die Höhe zu bauen.

Es ist kaum zu fassen: 2018 haben rechnerisch über 60 Familien den Raum während des Weihnachtsmarktes von 10:00 bis 17:00 besucht. Die Kinder oft mehrmals. Doch die Atmosphäre im überwiegend vollen Raum ist ruhig und heiter. Jeder spielt angeregt und entspannt. Die Größeren bauen versunken und konzentriert. Öfter wird gelüftet, aber alle entspannen sich und finden zur Ruhe. Eltern sieht man am Rand in die Beobachtung der endlich mal zufrieden und vergnügt spielenden Kinder versunken. Sie erholen sich merklich. Zwei ältere Damen haben sich an die Seite gesetzt und tauschen sich tief aus. Zwei Schülerinnen aus den höheren Klassen sitzen gerade auf der Couch in der Stillecke und plauschen leise.

Trotzdem wird bei den Kindergartenkinder wie am Fließband gerutscht, nur jedes Mal anders: Ohne Randbegrenzung der Rutsche kann man im Sitzen, rücklings, bäuchlings und seitwärts rutschen. Drei Kinder haben sich den Holztunnel geschnappt und rutschen durch den von den Betreuern ausnahmsweise gehaltenen Tunnel  in eine dunkle Polsterhöhle. Spannend. Mit größtem Vergnügen über eine Stunde. Wiederholen sie die Geburt? Trauma ade!

Geeignete Einteilung der Lernschritte sorgt für wenig Risiko und gute Körperbeherrschung

Und dann gibt es da auch Herausforderungen, die lassen sich nicht in zehn Minuten bestehen. Viele motorische Abläufe und Muskeln müssen aufgebaut werden. Der ganze Rumpf muss trainiert werden. Der Mittelfuß stärkt sich automatisch, weil er um die runden Holzstangen greift und beim Klettern mehr arbeitet als auf geradem Boden. Plattfüße kennen diese Kinder nicht, die frei spielen können. Der Rücken ist gut trainiert, wenn sie sich aufsetzen. Die Kinder können stehen und sich in der aufrechten Position jederzeit wieder sicher auf den Boden niederlassen. Dann ist freies Gehen kein Risikounternehmen mehr. Ein kleiner Schritt, dem viele vorausgingen. Diese Kinder haben wahrlich Erfahrung gesammelt. Die trainierten Füße, die starken Muskeln der Beine können diesen festen wendigen Rumpf tragen, wenn die Senkrechte erreicht ist. Die Motorik, die grundlegend für die Schulreife ist, ist dann schon weit eher als angesetzt vorhanden und die Unfallgefahr sinkt beträchtlich.

Spielräume für Bewegung vor Ort

Ob nun diese Bewegungsspiele als wöchentlicher Kurs besucht werden, ob es eine Kinderaktivität auf einer schulischen Veranstaltung ist, ob die Klettergeräte Zuhause im Wohnzimmer stehen, ob nun Altersmischung oder nicht, ob die Krippe oder der Kindergarten einmal in der Woche für die halbe Gruppe zwei Stunden Bewegungsspiele anbietet: Es ist egal, die Kinder sind immer unermüdlich und begeistert. Eine Montessori Kita hat diese Geräte angeschafft und die Leitung war überzeugt: „Hier spielen die Kinder alle zusammen, das machen sie sonst nur im Wald. Und was die sich einfallen lassen an Spielen und bauen aus den Geräten. Ich bin echt beeindruckt.“

Ein bisschen Knowhow ist schon dabei: Die Kinder werden nicht außer Acht gelassen, wenn neue Geräte in den Raum kommen, bis sich alle auskennen und die Kinder Sicherheit haben. Der Rhythmus der Kinder in ihrer Entwicklung wird beachtet. Schon die Babys trainieren nach festen Abläufen: Erst das Bekannte, das wiederholt wird, dann kurz eine neue motorische Herausforderung, dann eine entspannende Übergangsbewegung oder Ruhepause.  Nach 2-3 Minuten wird der Zyklus wiederholt. Kinder, die genetisch einen schwächeren Rücken haben, robben oder krabbeln einfach ein oder zwei Wochen länger, bis der Rücken bereit ist für die Senkrechte, das ist alles. Kein Kind nimmt selbst einen Lernschritt auf sich, den es noch nicht erfolgreich selbst schaffen kann. Das geschieht intuitiv. Wir Eltern dürfen es nur nicht durch zu viel Anleiten aus dem Takt bringen. Die Babys spielen dann selbstverantwortlich und unabhängig mit viel Freude.

Der Mensch wird durch den Mensch - soziale Kompetenz!

Die soziale Kompetenz ist eng vernetzt mit der Anzahl der sozialen Berührungspunkte im Alltag. Daher werden hier die Kinder bei  sich anbahnenden Auseinandersetzungen nicht getrennt oder auseinandergesetzt. Es wird auch nicht über ihre Köpfe hinweg geschlichtet. Hier können die Kinder geführt Kontakte knüpfen. Wenn zwei Kinder die Rassel haben möchten, wird jedes Anliegen formuliert: Du möchtest jetzt gerne die Rassel haben? Das andere Kind hat die Rassel  gerade fallen lassen. Es möchte die Rassel wiederhaben. Was machen wir denn jetzt? Lassen wir den Kindern einen Moment Zeit, sich selbst zu äußern oder etwas vorzuschlagen. Oft hat das ein Kind nicht so starkes Interesse wie das andere. Oder es gibt mehr Rasseln zum Spielen. Im Spielraum wird begleitet und auch informiert: „Wir schlagen nicht.“ Dann in der Ruhe findet sich schon eine Lösung, die allen taugt oder wo man Ausgleich schaffen kann.

Zwischen Geschwisterkindern, die so begleitet aufwachsen entstehen in der Regel sehr tiefe Freundschaften und man merkt, dass die Vorbildfunktion und das für einander Dasein sehr geschätzt werden und eine starke Liebe die beiden verbindet. Rangeleien sind normal, doch die grundlegende Beziehung ist niet- und nagelfest, wenn die Dinge, die einander verbinden in den Vordergrund gerückt werden:  „Gestern hat er dich vor mir verteidigt.“, oder: „Beim Mittagessen hat sie dir die Hälfte abgegeben.“ Und er kann doch teilen:  „Erinnerst du dich an das letzte Mal am Spielplatz, da hatte dein Bruder dir die Schaufel  gegeben…“

Mit Begeisterung lernen durch empathisches Interesse und Vorbild

Hier lernen die Kinder im Nu und mit Begeisterung. Wie geht das? Ganz einfach: Der Motor ist die Aufmerksamkeit und Herzenswärme von uns Eltern. Wenn wir Eltern uns für unsere Babys Zeit nehmen und uns auch mal auf dem so grundsoliden Boden niederlassen, sind wir mit ihnen auf Augenhöhe, unsere zurückhaltende aber behütende Nähe und unser  gütiges und anteilnehmendes Interesse wirken auf die Kleinen, -  wie eine Wärmelampe auf die frischgeschlüpften Küken im Stroh, die sie schnell quicklebendig macht.

Das kleine Mädchen, das noch Gehen übt, hat ihren Bruder im Kindergartenalter beobachtet, er hat das Spielzeugauto und den kleinen Ball auf Bast die Babyrutsche runterrollen lassen. Geschwind greift sie sich beide kurz hintereinander und lässt sie flugs, bevor ihr Bruder danach greifen kann, die Rutsche hinabsausen. Gleich danach kommt sie die Rutsche herabgelaufen und gluckst vor Vergnügen. Sie klatscht begeistert in die Hände und wirft sich mit einem Jauchzen in die Arme ihres Vaters, der sie herzlich umarmt. Glückstrahlend schmiegt sie sich in seine Arme.

Willkommen bei JaVitalFit!

Bilder: Andrea Jacob

Wichtiger Hinweis: Die Bilder wurden während einer öffentlichen Veranstaltung aufgenommen. Es wurde der Fokus auf die Inhalte der Aktivitäten und der fachlichen Darstellung der Bewegungsabläufe gelegt. Dies berechtigt zur Verwendung. Nicht alle Personen sind namentlich bekannt. Wenn Sie sich auf den Abbildungen entdecken und dennoch eine Veröffentlichung nicht gut heißen, teilen Sie mir bitte kurz Ihre Einstellung bezügl. der Verwendung der entsprechenden Bilder mit. Ihrem Wunsch wird dann sofort nachgekommen. Dies ist ein Appel und gleichzeitig ein Dankeschön an alle, die helfen, dieses Wissen über die integere Bewegungsentwicklung der Kinder zugänglich zu machen.

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter weitere Informationen. Datenschutz | Impressum

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Weitere Informationen

Informationen

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt. Es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz. Impressum

Zurück